Die Quantenmechanik - der Traum, aus dem die Stoffe sind English Version

Die Quantenmechanik bildet heute zusammen mit der Allgemeinen Relativitätstheorie den Grundpfeiler der theoretischen Physik. Ihre Voraussagen haben sich in unzähligen Experimenten mit geradezu fantastischer Genauigkeit bestätigt und Technologien wie Laser, Solarzellen und Transistoren als Bausteine moderner Computer ermöglicht. Diesem bemerkenswerten empirischen Erfolg steht allerdings die ebenso bemerkenswerte Tatsache gegenüber, dass diese Theorie bis heute - fast 100 Jahre nach ihrer endgültigen Formulierung - keine allgemein anerkannte Deutung erfahren hat, das heißt wir wissen nicht, wie wir sie physikalisch interpretieren sollen. Eines scheint aber sicher zu sein: Unser gewohntes "klassisches" Naturverständnis wird angesichts der Phänomene der Quantenwelt grundlegend revidiert werden müssen.

Da mich dieses Thema schon seit längerem interessiert und mich immer wieder neu fasziniert, habe ich einmal versucht, die besonderen Eigenschaften der Quantenwelt möglichst klar herauszustellen und die Stärken und Schwächen der derzeitigen Interpretationsversuche zusammenzutragen. Ich bin dabei überzeugt, dass sich das erstaunliche - ja geradezu schockierende! - Verhalten dieser Welt auch Lesern ohne physikalisches Vorwissen verdeutlichen lässt und sie (das heißt Sie) in die Lage versetzt, in der bis heute geführten Deutungsdebatte selber einen Standpunkt einnehmen zu können. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist dieser Text, für den ich mich bei den einschlägigen Büchern und Artikeln bedient und teilweise schamlos aus diesen abgeschrieben habe. Eine Referenzliste findet sich am Ende des zweiten Teils.

Schon jetzt sei verraten, dass sich jeder dieser Interpretationsversuche auf seine ganz eigene Weise als so merkwürdig und unbefriedigend herausstellen wird, dass der Ausspruch von Niels Bohr, einer der Gründungsväter der Quantenmechanik, nichts von seiner Aktualität verloren hat: "Wer über die Quantentheorie nicht entsetzt ist, der hat sie nicht verstanden."

Nehme das Entsetzen seinen Lauf...


Friedrich Wagner, März 2013 (aktualisiert im September 2015)